Bundespartei Freie Wähler“ sind nicht die Freien Wähler Baden-Württemberg!

Die Freien Wähler in Baden-Württemberg, die seit mehr als 50 Jahren im Landesverband zusammengeschlossen sind, lehnen Kandidaturen zu Bundes- und Landtagswahlen konsequent ab. Sie sehen sich als rein kommunalpolitisch engagierte Organisation. Der Kreisverband und die Kreistagsfraktion Freie Wähler im Landkreis Böblingen weisen deshalb darauf hin, dass keine Vertreter und Amtsträger der Freien Wähler für den Bundestag kandidieren! Die sogenannte. „Bundespartei Freie Wähler“ nutzt als Trittbrettfahrer den guten Namen der Freien Wähler im Land, obwohl sich diese von ihr deutlich distanzieren. Wo bei einer Partei im Bundestagswahlkampf „Freie Wähler“ draufsteht ist 0% Freie Wähler drin!

Die Freien Wähler in Baden-Württemberg sind keine Partei und werden weiterhin nur eine sachbezogene, ideologiefreie Kommunalpolitik für die Bürgerinnen und Bürger auf Gemeinde-, Kreis und regionaler Ebene machen. Ihre Landesverbandsversammlung hat 2010 fast einstimmig die Gründung der Freien-Wähler-Partei und jegliche Zusammenarbeit mit ihr abgelehnt.
Klare Worte findet der Kreisvorsitzende Wolfgang Faißt aus Renningen: „Freie Wähler sind Persönlichkeiten in unseren Städten und Gemeinden, die das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger genießen und ohne parteipolitischen Vorgaben in Gemeinderäten, Kreistagen und in der Regionalversammlung kommunalpolitisch agieren. Die Freien Wähler haben nichts dagegen, wenn sich eine Gruppierung als Partei formiert, um für den Bundes- oder Landtag zu kandidieren, aber dann bitteschön unter eigenem Namen und nicht als Trittbrettfahrer. Für so etwas geben sich gute Leute nicht her!“ Wilfried Dölker, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag des Landkreises Böblingen: „Die Unabhängigkeit unserer Mandatsträger ist uns zu wichtig, um sie den Strukturen einer Partei zu opfern.“
Deshalb distanzieren sich die Freien Wähler im Landkreis Böblingen von Kandidaturen zur Bundestagswahl.

Aus Sicht der Kreistagsfraktion Freie Wähler ist das Antreten der Bundespartei Freie Wähler zur Wahl am 22. September ohnehin ein sinnloses Unterfangen. Nach allgemeiner Einschätzung hat diese Partei nicht die geringsten Chancen, die 5-%-Hürde zu überspringen. „Jede Stimme für einen Kandidaten oder die Freie-Wähler-Partei selbst ist eine verlorene Stimme“, betont Bernhard Maier aus Renningen, Landrat a.D. und Mitglied für die Freien Wähler in der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart.

Wolfgang Faißt
29.08.2013


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