Die Vorstellung des Gutachtens zur zukünftigen medizinischen Situation im Klinikverbund Südwest hat im Raum Leonberg große Unruhe ausgelöst.

Uns ist wichtig festzuhalten, es handelt sich um ein Gutachten. Es gibt keine Verpflichtung, dieses Gutachten Eins zu Eins umzusetzen.

Wir sehen es als Aufgabe, auf der Basis des Gutachtens ein Umsetzungskonzept zu formulieren. Dies gelingt am besten, wenn wir in einem sachlichen Dialog die Argumente gewichten und austauschen. Dies wünschen wir uns.

Die Freien Wähler haben sich, so der Fraktionsvorsitzende Wilfried Dölker, seit Jahren immer dafür ausgesprochen, im Klinikverbund Südwest an allen Standorten starke Krankenhäuser zu erhalten. Dies bedeutet, dass wir alle Krankenhäuser im Verbund einbeziehen müssen. Es wird angesichts der äußeren Rahmenbedingungen nicht gelingen, jedes einzelne Haus mit positiven Betriebsergebnissen zu positionieren.

Starke Häuser mit einem qualitativ hochwertigen Versorgungsangebot erfordern, dass auch in Zukunft in Kerndisziplinen an allen Klinikstandorten Chefärzte vor Ort notwendig sind und dort arbeiten. Dafür werden sich die Vertreter der Freien Wähler sowohl im Aufsichtsrat als auch im Kreistag einsetzen.

Die finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser wird durch die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Vergütungs- und Kostenentwicklung zunehmend schwierig. Der Kreis ist auf Dauer nicht in der Lage immer weiter wachsende Defizite auszugleichen. Deshalb ist es notwendig Kosten zu reduzieren und die Zusammenarbeit im Klinikverbund zu stärken. Die Angebote in den einzelnen Krankenhäusern sind so zu gestalten, dass sie sich ergänzen und gegenseitig unterstützen.

Das geplante zentrale Krankenhaus in Böblingen Sindelfingen braucht auch in Zukunft in Leonberg und Herrenberg starke Dependancen. Interne Konkurrenzen, vor allem Doppelstrukturen müssen vermieden und abgebaut werden.

Wohnortnahe Angebote sind im Interesse der Patienten notwendig.

Die politischen Vorgaben zur Krankenhausfinanzierung in Bund und Land müssen nach Auffassung der Freien Wähler dringend den Bedürfnissen der Menschen und kommunalen Träger angepasst werden. Bund und Land dürfen sich in der Krankenhausfinanzierung nicht immer weiter aus ihrer Verantwortung verabschieden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern erwarten zu Recht, dass ihre Arbeit geschätzt und gewürdigt wird.

Die Freien Wähler werden sich deshalb weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Krankenhausfinanzierung durch Bund und Land verbessert wird und bei der Umsetzung von Veränderungen die Interessen von Patienten und die der Mitarbeiter gewürdigt werden.

Holzgerlingen, 10.01.2014

Wilfried Dölker / Fraktionsvorsitzender


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