Vor wenigen Tagen wurden vom Land die Streichungen von Zugverbindungen zum Fahrplanwechsel am 10. Juni 2007 veröffentlicht. Hiervon besonders betroffen ist die Gäubahn.

Die Freien Wähler im Landkreis Böblingen fordern die Landesregierung und die Deutsche Bahn AG auf, die Streichungen auf der Gäubahn im Sinne der Fahrgäste und der Umwelt zurückzunehmen. Auch in anderen Bundesländern wurden die Kürzungen der Regionalisierungsmittel durch den Bund durch eigene Mittel aus dem Landeshaushalt kompensiert, ohne Zugverbindungen zu streichen.

Die Raumschaft des Oberen Gäus wird nach dem Landesentwicklungsplan auch weiterhin eine wachsende Region sein. Unverständlich ist es deshalb, dass die Landesregierung zusammen mit der Deutschen Bahn AG gerade in diesem Raum einen gesamten Zugumlauf einsparen will, der augenscheinlich gut ausgelastet ist.

Durch die geplanten Kürzungen wird der bisherige ½-Stundentakt auf der Strecke Bondorf – Gäufelden – Herrenberg nahezu komplett in einen Stundentakt umgewandelt. Dadurch werden viele Fahrgäste, die in den letzten Jahren für den ÖPNV gewonnen wurden, wieder auf das Auto umsteigen und die ohnehin schon überlasteten Straßen im Ballungsraum des Kreises Böblingen nutzen. Unbedingt notwendig ist deshalb eine integrierte Betrachtungsweise von Straße und Schiene, was bei den geplanten Streichungen offensichtlich nicht erfolgt ist.

Die möglichen Einsparungen des Landes und der Bahn stehen in keinem Verhältnis zum Schaden, der durch den geplanten Kahlschlag dem Öffentlichen Personennahverkehr auf der Gäubahn entstehen wird.

Die so genannten Verstärkerzüge zwischen Bondorf und Herrenberg werden nicht nur von den Anwohnern, sondern insbesondere von vielen Pendlern aus den Kreisen Tübingen und Freudenstadt genutzt, die vom Bahnhof Bondorf den VVS nutzen und ab Herrenberg mit der S-Bahn weiterfahren.

Die Freien Wähler mahnen deshalb dringend an, die geplanten Streichungen zum 10. Juni 2007 zurückzunehmen und mit den betroffenen Kommunen, Landkreisen und Regionalverbänden nach einer finanzierbaren und verträglichen Lösung im Sinne der Fahrgäste – darunter viele Pendler und Schüler – und der Umwelt zu suchen.

Dies könnte bis zum großen Fahrplanwechsel im Dezember 2007 erfolgen.

Gerade im Zuge der Diskussion um die Feinstaubbelastung auch in Herrenberg, sollten die vorhandenen gut frequentierten Zugverbindungen nicht zerschlagen werden.

 

Kreistagsfraktion der Freien Wähler

Bondorf, den 05. Februar 2007

Bernd Dürr

Bürgermeister


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